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OSB-Platten verlegen

  • OSB Platten verlegen


OSB steht für den englischen Begriff „oriented strand (bzw. structural) board“, es handelt sich also um eine Platte aus ausgerichteten Spänen. Ursprünglich kommt die OSB-Platte aus den USA und wurde dort aus Resten der Furnier- und Sperrholzindustrie hergestellt.

Arten von OSB Platten

Aufgrund ihrer gegenüber der Spanplatte besseren Biegesteifigkeit ist sie mittlerweile auch bei uns sehr beliebt – mit steigender Tendenz. OSB wird bei allen möglichen Arbeiten im Roh- und Innenausbau eingesetzt. Ihre charakteristische Oberfläche qualifiziert die Platte auch für dekorative Anwendungsgebiete wie Fußböden.

 

Verschiedene Produktqualitäten stehen für unterschiedliche Einsatzbereiche zur Verfügung. Welche Platte wofür geeignet ist, wird mit den Ziffern 1-4 gekennzeichnet. Herstellerübergreifend sind für unterschiedliche Anwendungen folgende Gruppen festgelegt:

 

  • OSB/1: Platten für allgemeine Zwecke und für Inneneinrichtungen (einschl. Möbel); zur Verwendung im Trockenbereich.
  • OSB/2: Platten für tragende Zwecke; zur Verwendung im Trockenbereich.
  • OSB/3: Platten für tragende Zwecke; zur Verwendung im Feuchtbereich.
  • OSB/4: Hochbelastbare Platten für tragende Zwecke; zur Verwendung im Feuchtbereich.

 

OSB-Platten werden in verschiedenen Größen und Materialstärken angeboten. Dabei gibt es sowohl Standard- als auch Verlegeplatten (mit Nut- und Feder).

 

Die hohe mechanische Festigkeit der OSB-Platte empfiehlt sie auch für den Ausbau im Dachgeschoss, beispielsweise für den Fußboden, aber auch für Trockenbauwände.

Was Sie benötigen

  • OSB-Platten
  • PE-Folie oder PVC-Folie (je nach Untergrund)
  • Schlagholz
  • Zugeisen
  • Distanzkeile
  • Hammer
  • Stichsäge, Handkreissäge, Lochsäge (für Aussparungen)
  • Schleifklotz und Schleifpapier
  • Richtschnur und Wasserwaage
  • Zollstock
  • Bleistift
  • Ponal Parkett & Laminat Fugen-Leim

Und so wird's gemacht

OSB-Platten schraubt man üblicherweise auf die Dachbalken und verleimt sie zur Sicherheit zusätzlich in Nut- und Feder. Auch die schwimmende Verlegung am Boden ist möglich. Dabei werden die OSB-Platten nur in Nut- und Feder verleimt. Für die Verlegung sind in jedem Fall die Verlegerichtlinien des Plattenherstellers zu beachten.

Akklimatisieren

Als Holzwerkstoff müssen die OSB-Platten mindestens 48 Stunden vor dem Verlegen im Einbauraum gelagert werden. Bei Bodenbelagsarbeiten sollte die Raum- und Untergrundtemperatur nicht unter 15 °C liegen. Ebenso sollte Raumluftfeuchte 75% relative Luftfeuchtigkeit nicht übersteigen.

Untergrund vorbereiten

Beim Verlegen von OSB-Platten auf einer Balkenanlage können Sie die Nut- und Feder-Platten verschrauben. Der Balkenabstand sollte 60 cm nicht überschreiten.

 

Bei der Verlegung auf (frischen) Estrichen ist eine sogenannte Dampfbremse erforderlich. Sie verhindert, dass etwaige Restfeuchte aus dem Boden nach oben dringt. Hierfür eignet sich am besten eine mind. 0,2 mm starke PE-Folie. Sie wird um ca. 40 cm überlappend verlegt.

 

In nicht unterkellerten Bereichen reicht die PE-Folie nicht aus. Unter der ebenfalls vorzusehenden Wärmedämmung ist statt dessen eine ca. 1,2 mm starke PVC-Folie als Dampfsperre erforderlich. Alle Folienüberlappungen sind mit einem Klebeband wasserdicht abzukleben.

Die Verlegung

Beginnen Sie am besten mit der längsten Wand in der linken Ecke. Die erste Reihe richten Sie an einer Richtschnur aus.

 

Bei der ersten Plattenreihe wird von den OSB-Platten die Feder abgeschnitten. Diese Seite zeigt zur Wand. Halten Sie mit Hilfe der Abstandskeile einen Mindestabstand von 15 mm zur Wand frei.

 

Bei stark unregelmäßigem Wandverlauf übertragen Sie die Wandkontur auf die erste Plattenreihe und sägen diese entsprechend aus. Dabei natürlich ebenfalls den Abstand zur Wand von mind. 15 mm einhalten. Die Verlegung erfolgt im Verband. Von Reihe zu Reihe sollten die Fugen zwischen den Platten um mindestens 40 cm versetzt sein.

 

Werden die Platten auf Balken verschraubt, sind die Löcher vorzubohren. Achten Sie darauf, die Schrauben planeben zu versenken. Werden die Platten verleimt, tragen Sie den Fugenleim auf die Feder auf. Nach Auftragen des Leims schieben Sie Nut und Feder fest ineinander. Mit Hartholzklotz und Hammer wird die Platte in die vorherige hineingeschlagen, bis Leimperlen austreten. Diese dann sofort mit einem Spachtel abziehen oder mit einem leicht feuchten Lappen abwischen.

 

Nach etwa 24 Stunden ist ein verleimter Boden voll belastbar.

 

Damit schwimmend verlegte Platten (Trockenestrich) sich später nicht durch einseitige Feuchtaufnahme/-abgabe verziehen, sind sie z. B. mit einer Lackversiegelung zu schützen.

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Michael, 18-10-13 22:24:
Hallo,
ich möchte gerne die gesamte Dachfläche unseres Winkel-Bungalows mit Verlegeplatten auslegen. Nun ist aber der Teil des Daches, wo sich die Terrasse befindet logischerweise nicht mit Dampfsperre, Dämmwolle etc. ausgekleidet. Meine Frage nun: Muss ich dort unter den Verlegeplatten eine Dampfsperre anbringen? Ich weiß eben nicht, ob sich in dem Hohlraum zwischen Verlegeplatte und Deckenpaneele der Terrasse Kondenswasser bilden kann.
Vielen Dank vorab für die Hilfe.
MfG Michael
Markus (Henkelhaus-Team), 14-10-13 15:20:
Hallo Antonia,

hier muss ich leider passen. Denn ohne selbst vor Ort zu sein, ist hier keine Beratung möglich.

Es tut mir Leid, dass ich Ihnen keine positivere Antwort geben kann.

Viele Grüße!
Antonia, 13-10-13 08:17:
Hallo,

wir würden gerne den Fussboden im Dachgeschoss mit OSB-Platten belegen. Das Haus ist aus den 60zigern und die Decken sind einfach nur Gibskartonplatten, welche an die Balken geschraubt wurden. Wir würden jetzt gerne Dämmwolle zwischen die Balken machen, und dadrauf dann die OSB-Platten. Meine Frage müssen wir da jetzt auch noch eine Dampfsperre anbringen, weil da ja auch ein Badezimmer drunter ist?
Vielen Dank für Ihre Bemühungen. Antonia
Markus (Henkelhaus-Team), 01-10-13 09:31:
Hallo Wolfgang,

als Erstes möchte ich darauf hinweisen, dass es sich bei der folgenden Antwort nur um einen Vorschlag handelt. Ohne vor Ort zu sein, ist eine 100%ige Aufbauempfehlung nicht möglich. Im Zweifelsfalle sollten Sie einen Bausachverständigen hinzuziehen.

Folgende Vorgehensweise wäre denkbar:

1) Reinigen der Fliesenfläche mit alkalischem Reinigungsmittel (z.B. Der General) oder Anlauger (gibt es in den Farbabteilungen der Baumärkte)
2) Randstreifen/Estrichrandstreifen setzen
3) Verlegen und Verkleben der Styrodur-Platten mit Ceresit Hochflexibler Fliesenkleber (Vollflächig oder Punktweise um Unebenheiten des Untergrundes auszugleichen)
4) Mindestens 2 Tage trocknen lassen
5) Dampfbremsfolie auslegen
6) OSB- Platten verlegen. Nut und Feder mit Ponal Fugen-Leim verbinden
7) Fläche nach Wunsch versiegeln. Lacke hierzu bieten z.B. die Firma clou an.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen.

Viele Grüße!
wolfgang, 17-09-13 12:54:
Guten Tag,

ein ehemaliger Heizöl-Tankraum im Keller soll als Werkstatt genutzt werden. Der Boden ist nicht supereben und auch nicht glatt. Als Ausgleich und Minidämmung dachte ich 2cm Styrodur-Unterlage unter die zu verlegenden OSB-Platten zu legen. Ist die Dampfsperre besser auf den Styrodurplatten anzubringen oder darunter?
Müssen die OSB-Platten unbedingt lackiert werden? Wenn ja beidseitig, oder erst nach dem Verlegen die Oberfläche?

Vielen Dank und viele Grüße
Wolfgang
Markus (Henkelhaus-Team), 10-09-13 14:18:
Hallo Werner,

grundsätzlich hat eine OSB-Platte hier nichts verloren. Wenn überhaupt, dann auf einem Holzgestell/Unterbau.

Eine Folie soll verhindern, dass aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Untergrund hochzieht und ins Holz eindringt. Ob dies jedoch in Ihrem Fall erforderlich ist, kann ich Ihnen von hier aus nicht sagen.

Sobald jedoch Feuchtigkeit zwischen die Folie und die OSB-Platte eindringt, würde diese nicht so schnell weggehen.

Hier hängt also viel von der konstruktiven Ausführung Ihres Baus ab.

Viele Grüße!
werner mick, 09-09-13 13:21:
Frage: Verlegen von OSB-Platten auf Waschbetonplatten. Muß eine Folie bzw.
Dampfsperre gelegt werden?
Örtlichkeit ist eine überdachte Pergola.
Markus (Henkelhaus-Team), 07-08-13 09:05:
Hallo Vinzenz,

vielen Dank für Ihren Kommentar.

Im Regelfall werden die OSB-Platten einmal leicht angeschliffen und dann gereinigt.
Danach kann die Farbe aufgebracht werden. Wichtig: Hinweise das Farbherstellers beachten.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen.

Viele Grüße!
Vinzenz, 05-08-13 23:13:
Welche Vorarbeiten muss ich leisten, um eine Wand aus OSB-Platten mit Dispersionsfarbe streichen zu können.
Gruß VL
Markus (Henkelhaus-Team), 21-06-13 08:19:
Hallo Conrad,

um das Ganze biegesteif hinzubekommen würden wir dazu raten, Querbalken mit Winkel zu Versteifung einzusetzen.

Wenn der Untergrund nach gibt, bringt der ganze obere Aufbau nichts.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen.

Viele Grüße!

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