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Kleine Tapetenkunde - Was Sie über Tapeten wissen sollten

Welche Tapeten gibt es?

 

Tapeten - die Kleider für unsere Wohnräume, machen den Raum erst zu dem, was er ist. Sie schaffen Wohnlichkeit, Atmosphäre und sind nicht zuletzt das Tüpfelchen auf dem „i“, wenn es um ein persönliches, individuelles Ambiente geht. Eine riesige Auswahl an Materialien und Tapetenarten, an unterschiedlichsten Strukturen, Dessins und Colorits ermöglicht eine unendliche Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Hier ein Überblick über die einzelnen Wandbelagsarten.

 

Tipp:

 

Achten Sie beim Kauf unbedingt auf die Artikel- und Anfertigungsnummer der einzelnen Tapetenrollen. Sie muss auf allen verwendeten Rollen übereinstimmen. Unterschiedliche Zahlen oder Buchstaben bedeuten, dass die Rollen nicht aus demselben Druckgang kommen. In diesem Fall besteht die Gefahr einer Farbtonabweichung. Tapetenbahnen aus Rollen mit verschiedenen Anfertigungsnummern dürfen nicht auf derselben Fläche verarbeitet werden.

Papiertapeten

 

Bei Papiertapeten gibt es eine große Vielfalt an unterschiedlichsten Farben, Designs und Qualitäten. Man unterscheidet verschiedene Stärken, leichte, mittlere und schwere Papierqualitäten, die im Flächengewicht von 90 g/m² bis ca. 180 g/m² variieren. Außerdem wird die Vielfalt durch Spezialpapiere bereichert.

Vliestapete

Vliestapeten

 

Wandbekleidungen mit Vliesträger liegen im Trend. Besonders wegen ihrer positiven Eigenschaften, wie z.B. Dimensionsstabilität (bedeutet keine Weichzeiten, daher keine Trockenspannung sowie einfachste Verklebung auch in der Wandklebetechnik oder mit dem Kleistergerät), sehr schnittstabil und bei Renovierung restlos trocken abziehbar.

 

Strukturtapeten

 

Strukturtapeten auf Vlies- oder Papierträger haben eine reliefartige Oberfläche, die durch das Wechselspiel von Licht und Schatten besonders reizvoll und lebendig wirkt. Die meisten Strukturtapeten sind hoch wasch- und lichtbeständig. Strukturtapeten auf Vliesträger sind restlos trocken abziehbar. Strukturtapeten auf Papierträger sind spaltbar, was die spätere Renovierung erleichtert.

Textiltapeten

 

Textiltapeten bestehen aus einem Verbund von textilen Fadensystemen auf glatten oder gekreppten Papierträgern, neuerdings auch auf Vliesträgern. Die Oberfläche setzt sich zusammen aus unverwebten Garnen, Zwirnen, Schnüren oder aus Geweben, Gewirken, Filzen oder ähnlichen Stoffen, die aus natürlichen oder synthetischen Fasern hergestellt sind.

 

Die Anforderungen an textile Wandbekleidungen sind in den letzten Jahren ständig gestiegen. Standen bisher das modische Aussehen und Bemühen um problemloses Verarbeiten im Vordergrund, treten heute die Anforderungen an Obermaterial, Webtechnik, Farben und Trägermaterial als gleichberechtigte Qualitätsmerkmale auf. Als textiles Obermaterial eignen sich hochwertige Fasern aus Jute, Leinen, Baumwolle, Seide, Kunstseide, Viskose oder Glasfaser.

Vinyltapeten

 

Diese Tapeten bestehen aus einem Papier- oder Vliesträger mit Vinylbeschichtung. Vinylwandbekleidungen werden vorzugsweise in Bereichen eingesetzt, wo eine außerordentliche Strapazierfähigkeit der Oberfläche erforderlich ist (z.B. in Feuchträumen).

 

Auch die Schwerentflammbarkeit B1 nach DIN 4102 spielt eine wichtige Rolle. Bitte beachten: Nach dem Einkleistern die Bahn zusammenlegen und nochmals aufrollen, damit sich während der Weichzeit von 5–10 Minuten die Bahnenkanten nicht hochstellen und austrocknen. Bei Verklebung von Vinyltapeten auf schwach saugfähigen Untergründen empfiehlt sich vorher die Verklebung einer Rollenmakulatur. Bei der späteren Renovierung lässt sich die obere Vinylschicht trocken abziehen.

Metalltapeten

 

Eine Metalltapete ist meist eine Aluminiumfolie, die auf Papier- oder Vliesbahnen kaschiert ist. Diese wird bedruckt bzw. in Handarbeit mit lasierenden Farbaufträgen versehen. Weitere Varianten können geätzt, oxidiert, glatt, leicht geprägt oder geriffelt sein. An den Klebstoff werden hier besondere Ansprüche gestellt. Meist wird ein wasserarmer Dispersionsklebstoff empfohlen. Der Untergrund muss bei Metalltapeten besonders sorgfältig vorbereitet werden.

 

Raufaser

 

Raufaser ist die am meisten verkaufte Strukturwandbekleidung. Die Struktur wird dabei von gleichmäßig eingearbeiteten Holzfasern gebildet, deren Größe und Form auf die jeweilige Raufasersorte abgestimmt ist. Die Holzfasern, eingebunden in eine Papiermasse, werden zwischen die unterschiedlichen Papierlagen gebracht. Auf der Maschine kommt es durch Druck von Presswalzen zu einer festen Verbindung der Lagen, bevor die Restfeuchtigkeit in einer Trockenzone entzogen wird.

 

Mit ihrer ausgesuchten Zusammensetzung der zur Herstellung eingesetzten Rohstoffe sind Raufasertapeten als biologisch verträgliches Bauprodukt anerkannt.

Papierprägetapete unbedruckt

 

Weiße Papierpräge gibt es in unterschiedlichen Strukturen und Qualitäten. Sie werden überwiegend als duplierte Wandbekleidungen angeboten. Ihr Einsatzgebiet ist überall dort, wo uni strukturierte Decken und Wände gewünscht werden. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass alle eingekleisterten Bahnen gleich lange weichen, um Rapportverschiebungen zu vermeiden.

 

Die Verklebung erfolgt auf Stoß. Zum Andrücken wird eine weiche Tapezierbürste verwendet. Gummi-/Nahtroller dürfen nicht eingesetzt werden.

Glasgewebe

 

Glasgewebe sind Wandbekleidungen aus rein mineralischen Rohstoffen. Das für die Gewebeherstellung erforderliche Glas wird aus Quarzsand, Kalk, Dolomit und Soda bei 1.400° C verschmolzen und durch feinste Platindüsen zu Fasern gezogen. Auf speziellen Webstühlen lassen sich verschiedene Glasfasergarnsorten mit unterschiedlicher Struktur und Dichte herstellen.

Sie erhalten anschließend eine Appretur, die das Gewebe verschiebefest macht, Einzelfasern bindet und die Gewebeoberfläche glättet sowie die Saugfähigkeit reduziert.

Die so konfektionierten Glasgewebe lassen sich sowohl in der Wandklebetechnik als auch mit dem Kleistergerät verarbeiten. Eine weitere Variante sind die Glasgewebetapeten mit aufkaschiertem Papier- oder Vliesrücken.

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