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Raufaser tapezieren

Rauhfaser tapezieren

Seit Jahrzehnten ist die Raufasertapete ein bekannter und beliebter Wandbelag.

Mit ihren unterschiedlichen Strukturen und Körnungen bietet sie einen preiswerten Untergrund für die individuelle Wandgestaltung. Ganz gleich, ob Sie sich anschließend für einen kreativen Anstrich oder ein kunstvolles Design entscheiden – die Technik bietet Ihnen ausreichend gestalterischen Freiraum. Wir geben Ihnen eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Thema Raufaser tapezieren.

 

Mit einem Rollenmaß von 53 cm Breite und einer Länge von bis zu 25 m reicht eine Rolle Raufasertapete für mehr als 13 m² Wandfläche.

Was Sie benötigen

  • Raufaser-Tapete
  • Tapeziertisch
  • Malerpinsel oder Quast
  • Kurzzeitmesser (Eieruhr)
  • Tapezierschere oder Tapezierschiene (z. B. Cutterkant Boy)
  • Cuttermesser
  • Zollstock oder Maßband
  • Tapezierbürste oder Gummirolle
  • Wasserwaage

Und so wird’s gemacht

1. Schritt: Raufaser-Tapeten zuschneiden

Rauhfaser Tapeten zuschneiden

Im ersten Schritt werden die Wandflächen ausgemessen. Durch das Messen der Wandlänge lässt sich die benötigte Anzahl ganzer Raufaserbahnen ermitteln.

Zieht man von der Gesamtwandlänge die Bereiche ab, die wegen Fenstern, Türen und Nischen nicht die volle Wandhöhe aufweisen, erhält man die Bereiche der vollen Höhe.


Daraus ergibt sich folgende Berechnungsformel:

 

        Meter Wand [nur volle Höhe]

         ---------------------------------------           = Anzahl Tapetenbahnen

               0,53m [Breite Rolle]

 

Rechnen Sie hier nicht zu knapp, denn die Bahnen werden etwas länger als Wandhöhe zugeschnitten.

Die Tapetenbahnen schneidet man nun vorab auf die Raumhöhe + 10 cm Zugabe. Nun legen Sie die Rauhfasertapete mit der Sichtseite nach unten auf den Tisch, um später die Rückseite einkleistern zu können.

 

Spätestens jetzt sollten Sie den Einleger lesen – das ist der Zettel in der Folienverpackung Ihrer Raufasertapete. Auf der Rückseite finden Sie die Verarbeitungshinweise des Herstellers, wie etwa die richtige Weichzeit Ihrer Tapete. 

2. Schritt: Kleister anrühren

Kleister anrühren

Nun rühren Sie den Kleister an. Öffnen Sie dazu den Deckel des 200-g-Päckchens Metylan Spezial vollständig. In einem sauberen Eimer werden 4 Liter sauberes, kaltes Wasser mit einem breiten Kochlöffel oder einem Rührholz in Bewegung gebracht, bis sich ein Kegel bildet. Halten Sie das Päckchen knapp über das Wasser und kippen Sie das Kleisterpulver mit einem Mal ins Wasser. Rühren Sie noch kurze Zeit kräftig weiter. Nach zwei bis drei Minuten wird noch einmal kurz umgerührt. Nun muss der Kleister für etwa 15 Minuten quellen. Nach dieser Zeit schlagen Sie ein weiteres Mal kräftig durch und beginnen mit dem Raufaser Tapezieren. Der angesetzte Kleister reicht für ca. 26 m², das entspricht etwa 2 Rollen à 25 m.

Senkrecht ausloten

Während der Kleister noch quillt, können Sie mit einem Senklot oder einer Wasserwaage den senkrechten Ansatz der ersten Tapetenbahn auf der Wand markieren. Er bildet den Startpunkt zum Tapezieren!

Idealerweise beginnt man in einer Ecke und arbeitet an der Wand vom Fenster weg. So erhält man einen optimalen Nahtverlauf im Streiflicht.

3. Schritt: Raufaser-Tapeten einkleistern

Raufaser einkleistern

Die Raufaser-Tapete wird nun mit der Kleisterbürste auf der Rückseite eingekleistert. Achten Sie darauf, besonders die Randbereiche gut einzustreichen. Die Auftragsstärke ist ideal, wenn man mit dem Finger eine Schlange in die Kleisterschicht zeichnen kann.


Die fertig eingekleisterte Raufaser wird nun zum Weichen zusammengelegt.

Tapeten zusammenlegen

Legen Sie dazu die eingekleisterte Tapete auf 2/3 und dann um 1/3 zusammen. Die Kanten sollten exakt aufeinanderliegen, damit der Kleister an den Rändern nicht eintrocknen kann. Dann noch einmal in der Mitte zusammenlegen und darauf achten, dass die entstehenden Tapetenschlaufen nicht platt gedrückt oder geknickt werden. Die Tapetenbahn muss nun weichen. Je nach Hersteller liegt die Weichzeit zwischen 5 und 10 Minuten. Wichtig ist, alle Tapetenbahnen vor dem Anbringen an die Wand ausreichend und gleich lange weichen zu lassen. Falsche Weichzeiten können zu Blasenbildung und Falten, beim Trocknen auch zum Aufplatzen der Nähte führen. Eine Eieruhr oder ein Timer kann hilfreich sein, die Weichzeit einzuhalten.

4. Schritt: Raufaser-Tapeten tapezieren

Raufaser kleben

Nach der Weichzeit können Sie mit dem Tapezieren beginnen! Dazu wird die Raufaser-Tapete an der Wandmarkierung senkrecht ausgerichtet. Die geweichten Bahnen werden nun ohne Überlappung im Nahtbereich verklebt – man nennt das „auf Stoß kleben“.

Sitzt die Bahn perfekt, wird sie auf die richtige Länge gekürzt. An der Decke und am Boden schneidet man die Tapete mit einer Schere oder mit einer Tapezierschiene und einem Cuttermesser ab.

In den Innenecken wird mit einer Schere gekürzt, dabei leicht überlappend gearbeitet. An Außenecken wird die Tapete idealerweise genau an der Kante getrennt. So macht es der Profi. Oft sind sind Wände und Ecken jedoch nicht gerade und rechtwinklig. Deswegen empfiehlt es sich, um die Ecke zu tapezieren. Lassen Sie hierbei ca. 2 cm überstehen und schneiden Sie den Überstand sauber ab.

Neue Tapetenbahn anfügen

Eine neue Bahn wird jetzt leicht überlappend angefügt. Gegebenenfalls muss hier wieder mit dem Lot oder einer Wasserwaage gearbeitet werden.

 

Zum Trocknen der Tapete darf der Raum auf keinen Fall gelüftet werden. Durchzug führt zu ungleichmäßigem Trocknen der Raufasertapete. Im schlimmsten Fall platzen dadurch die Nähte auf.

Sollten Stahlkanten in den Außenecken der Wand eingearbeitet sein, kann die Verklebung mit einem Pinselstrich des Metylan Naht- und Reparaturklebers unterstützt werden.

5. Schritt: Raufaser streichen

Nach dem Trocknen können Sie den neuen Wandbelag mit einer Farbe Ihrer Wahl überstreichen. Die Trockenzeit hängt dabei vom Klima (Temperatur und Luftfeuchtigkeit) und vom Untergrund ab. Als Mindesttrockenzeit sollte ein Tag eingeplant werden. Zum Überstreichen eignen sich alle handelsüblichen Wandfarben und Lacke. Der individuellen Gestaltung sind keine Grenzen gesetzt.

Tipps und Tricks

Angesetzten Kleister können Sie in der Regel bis zu zwei Wochen aufbewahen. Wie lange genau, hängt davon ab, wie viele Keime in den Kleister gelangt sind. Decken Sie den Kleister am besten ab.

 

Kleisterreste auf der Oberfläche sollten Sie mit einem feuchten Lappen abwischen. Der Kleister trocknet zwar transparent aus und die Raufaser wird in der Regel auch überstrichen, dennoch wäre es möglich, dass die Farbe an diesen Stellen unterschiedlich deckt.

Einige Wandbelagshersteller empfehlen bei schiefen Ecken vor dem Tapezieren Kantenschienen aufzukleben. So erhält man eine gerade Kante, muss aber ggf. die Übergänge von der Schiene zur Wand beispachteln.

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Alex, 24-05-13 08:36:
sehr hilf reich danke.
es hat alles wunderbar geklapt

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