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Feuchte Wand trocken legen

Die Trockenlegung von Wänden ist mit vielen Fragen verbunden: Wie feucht ist die Wand wirklich, wo kommt die Feuchtigkeit her, welche Methode ist zur Bekämpfung der Feuchtigkeit in der Wand geeignet? Auf manche dieser Fragen kann nur ein Fachmann zuverlässig Antwort geben. In einigen Fällen, insbesondere im Innenbereich und an Wänden außerhalb der Kellerräume, können Sie auch in Eigenleistung für eine trockene und isolierende Wand sorgen.

 

Diese Anleitung bezieht sich ausdrücklich auf durch Rohrbrüche oder defekte Regenwasserrohre verursachte Feuchteschäden oberhalb der Kellerräume an von innen und außen zugänglichen Wänden. Feuchteschäden, die durch aufsteigendes Grundwasser oder durch eine fehlerhafte Kellerabdichtung entstehen, können nur schwer in Eigenleistung beseitigt werden, da hierfür meist teures Spezialwerkzeug und professioneller Sachverstand erforderlich sind.

Was Sie benötigen

Und so wird's gemacht

Vor der Sanierung steht die Diagnose: In der Regel machen sich feuchte Wände recht schnell durch Schimmel oder muffigen Geruch in der Wohnung bemerkbar. Die eigentliche Frage ist allerdings, ob die Wand wirklich von innen heraus feucht ist oder nur oberflächliche Kondensationsfeuchte durch mangelnde Belüftung herrscht. Ist für Sie eine eindeutige Schadensanalyse nicht möglich, ziehen Sie auf jeden Fall einen Sachverständigen hinzu.

 

Am einfachsten lässt sich dies mit einem elektronischen Feuchtigkeitsmessgerät prüfen: Wenn die Nadeln des Gerätes, nach der Messung an der Oberfläche der Wand, beim tieferen Einstechen in die Wand den gleichen oder nur geringfügig niedrigeren Feuchtigkeitsgrad aufweisen, ist die Wand feucht und es besteht Handlungsbedarf. Wenn die Wand an der Oberfläche einen hohen Feuchtigkeitswert anzeigt, nach dem Einstechen der Nadeln aber trocken ist, sollte zuerst über eine bessere Belüftung der Wohnung nachgedacht werden.

 

Sollte sich bereits Schimmel gebildet haben, ist sowohl Eile als auch Vorsicht geboten: Schimmel ist ein Wohngift und dringt in den Putz ein. Wenn mit Schimmel kontaminierter Putz entfernt werden muss, ist eine Schutzausrüstung zwingend erforderlich. Hierzu gehören eine Atemmaske, eine Schutzbrille und ein staubdichter Schutzanzug. Schimmelsporen sind giftig und dürfen nicht eingeatmet werden.

Dekontamination und Putzentfernung

Ganz am Anfang steht die Lokalisierung der Feuchtigkeitsquelle, falls diese nicht bereits gefunden oder beseitigt wurde. Sonst ist die gesamte Sanierung umsonst!

 

Legen Sie die Schutzausrüstung an, achten Sie darauf den Arbeitsbereich mit Folien und Kreppband sorgfältig und staubdicht gegenüber anderen Teilen der Wohnung abzudichten. Schließen Sie die HEPA-Filteranlage an; die Luft im Arbeitsbereich muss durch den Filter gereinigt werden und darf nirgends entweichen. Lassen Sie sich gegebenenfalls bei der Installation der Anlage durch einen Fachbetrieb helfen.

 

Entfernen Sie den Putz großflächig: Auch in den vermeintlich trockenen, die Schadstelle umgebenden Putz können bereits Schimmelsporen eingedrungen sein. Daher muss die Entfernung großzügig erfolgen. Die abgeschlagenen Putzbrocken müssen staubdicht verpackt einem professionellen Entsorgungsbetrieb übergeben werden. Möglicherweise empfiehlt sich die Fläche mit Ethanol anzufeuchten. Vorsicht! Brandgefahr. Fragen Sie einen Sachverständigen.

 

Nun muss die Wand und der Raum dekontaminiert werden: Nachdem der Putz entsorgt ist, wird der Arbeitsbereich sorgfältig gereinigt. Nun kommt ein Aerosol-Dekontaminationsgerät zum Einsatz. Es befreit die Atemluft und die Wand von Schimmelpilzen und muss einige Tage eingesetzt werden. Den Abschluss bildet eine sorgfältige Trocknung mit einem Bautrocknungsgerät.

Neu verputzen

Nachdem alles trocken und die Dekontamination abgeschlossen ist, kann neu verputzt werden. Hierzu müssen zunächst Risse und Unebenheiten in der Wand mit Spachtelmasse beseitigt werden, anschließend wird die Wand neu verputzt. Wie dies geht, erfahren Sie in unserem Artikel Anleitung Decke und Wand Verputzen. Für das anschließende Tapezieren können wir Ihnen unsere Richtig tapezieren – Anleitung empfehlen.

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