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Rollerverkleidung / Motorradverkleidung reparieren

Ein kleiner Sturz oder Rempler, und schon ist es geschehen: In der Verkleidung ist ein unübersehbarer Riss, denn die Kunststoffteile eines Motorrades oder Rollers bestehen meist leider nicht aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK), sondern aus ABS.

Zum Beheben des Schadens haben Sie drei Möglichkeiten:

 

  • der Gang in die Fachwerkstatt
  • eine Reparatur mit einem 2-Komponenten-Klebstoff
  • ein Verschweißen des Risses

 

Selbst reparieren ist unter Heimwerkern natürlich Ehrensache! Hier sehen Sie, wie es geht.

Was Sie benötigen

 


oder

 

  • Lötkolben
  • ABS-Stange (Fachhandel)

Und so wird’s gemacht

 

Reparatur mit einem 2-Komponenten-Klebstoff

Um eine unsichtbare Reparatur zu erreichen, wird der Kleber auf der Innenseite der Verkleidung aufgetragen. Damit die reparierte Stelle möglichst stabil wird, sollte der Riss ganz leicht V-förmig angeschliffen werden.  Danach die Bruchkanten möglichst nicht mehr mit den Fingern berühren.

 

Dann wird der Riss auf der Vorderseite mit einem starken, gewebeverstärkten Klebeband wie dem Pattex Power Tape fixiert. Jetzt den Klebstoff nach Anleitung anrühren. Dazu gibt’s in der Packung eine praktische Mischwanne. Dann wird der Riss mit dem 2-Komponenten-Klebstoff ausgefüllt. Die Verarbeitungszeit beträgt maximal 10 Minuten.

Nach 2 Stunden ist schon eine so hohe Festigkeit erreicht, dass das Klebeband entfernt werden kann.

 

Bei sehr großen Schäden empfiehlt es sich, in einem zweiten Arbeitsgang eine weitere flächige Klebung durchzuführen. Idealerweise arbeitet man hier eine Gewebe- oder eine Glasfasermatte zur Versteifung und Stabilisierung mit ein.

 


Die Klebstoffnaht lässt sich nach dem Aushärten wie ABS schleifen und überlackieren.

Verschweißen des Risses

Zunächst erwärmen Sie den Lötkolben. Beachten Sie, dass ABS bei etwa 380 °C schmilzt. Testen Sie die Temperatur an der ABS-Stange aus dem Fachhandel. Der Lötkolben ist ausreichend heiß, wenn die Spitze die etwa 15 cm lange ABS-Stange anschmilzt.

 

Ziehen Sie einen Helfer hinzu, der die Teile bzw. das Werkstück hält. Nun mit der Spitze des Lötkolbens den Riss anschmelzen, dabei je nach Länge des Risses am besten mehrere Schmelzpunkte setzen.

 

Nun den gesamten Riss mit dem Lötkolben bearbeiten. Die beiden Teile schmelzen an den Kanten und verbinden sich. Das verflüssigte ABS hat dabei eine hässliche Narbe davongetragen, die noch mit dem gekauften ABS gefüllt werden muss.

 

Dazu die ABS-Stange, die bereits zum Prüfen der Temperatur gedient hat, an die Narbe führen und mit dem Lötkolben zum Schmelzen bringen, so dass sich das Material mit dem Formteil verbindet. Die Naht wulstförmig ausbilden. Der Wulst sollte rechts und links etwas breiter als der Riss sein. Dies ist wichtig für die spätere Stabilität.

 

Zum Schluss den Wulst beischleifen, und fertig ist die Reparatur der Motorradverkleidung. Gute Fahrt!

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