Diese Seite drucken  Diese Seite bewerten Diese Seite kommentieren

Humidor bauen

Humidor bauen

Als Zigarren-Liebhaber sollte man einen Humidor besitzen. Vor allem für Feuchtzigarren, wie sie in Mittelamerika produziert werden, ist er wichtig, denn im Humidor wird die natürliche Feuchte der Zigarren erhalten, so dass sie frisch und aromatisch bleiben.

 

Will man sich allerdings einen guten Humidor zulegen, stolpert man bei hochwertigen Produkten über den stolzen Preis. Billigere Angebote lohnen sich oft nicht, weil sie auf die Dauer ihren Sinn nicht erfüllen: Sie sind meist schlecht verarbeitet, können dadurch die Feuchtigkeit nicht halten und Ihre Zigarren trocknen aus.

 

Die schönste, einfachste und kostengünstigste Lösung: Bauen Sie Ihren Humidor selbst. Dann können Sie frei entscheiden, wie groß der Humidor wird und wie Sie ihn gestalten möchten. Beim Selbstbau können Sie zudem edle Hölzer verwenden, ohne den Preis allzu sehr in die Höhe zu treiben.

 

Vor allem ist ein selbstgebauter Humidor zum Geburtstag oder zum Vatertag ein tolles und zudem sehr persönliches Geschenk.

 

Wir schlagen Ihnen im Folgenden einen Humidor vor, den Sie aus einfachsten und dadurch sehr günstigen Materialien bauen können. Wünschen Sie sich etwas mehr Luxus, müssen Sie lediglich die einzelnen Komponenten, z. B. das verwendete Holz oder die Beschläge, durch höherwertige ersetzen.

Humidor-Aufbau: Korpus und Futter

 

Den eigentlichen Humidor bildet der Korpus aus stabilem Holz. Im Korpus befindet sich eine Einlage aus Holz, die man als Futter bezeichnet. Damit der Deckel ganz exakt passt, baut man den Korpus zunächst komplett geschlossen, um anschließend den Deckel abzutrennen. Korpus und Deckel werden dann mit Sapeli-Schälfurnier ausgefüttert, wobei die Wandplatten des unteren Teils etwas nach oben überstehen müssen, während die des Deckels passend dazu etwas kürzer zu sein haben. Dadurch greifen die Teile ineinander, und die erforderliche Luftfeuchtigkeit bleibt im Inneren.

 

Der Bau des Humidors gelingt in fünf einfachen Schritten.

Was Sie benötigen

  • 1 Dickfurnierplatte aus Spanischer Zeder: 15 mm stark, 100 x 50 cm
  • 1 Sapeli-Schälfurnier: 5 mm stark, 100 x 50 cm
  • Messerfurnier
  • Ponal Classic Holzleim
  • 2 Schatullenscharniere
  • 4 Filzpads
  • 1 Befeuchtungssystem
  • 1 Hygrometer
  • 1 Kreissäge mit Parallelanschlag und neigbarem Sägeblatt
  • 1 Gehrungsklammerzange
  • 32 Gehrungsklammern
  • 1 Cuttermesser
  • Stechbeitel
  • Schraubzwingen

Und so wird’s gemacht

Ein Hinweis vorweg: Sollten Sie keine Kreissäge zur Verfügung haben, wenden Sie sich an einen Schreiner, oder fragen Sie im Baumarkt nach, ob man Ihnen die Teile passend zuschneiden kann.

Größe der einzelnen Teile

Korpus

 

Lassen Sie zwischen den Bauteilen mindestens 5 cm Platz. Sie benötigen jeweils zwei Teile in folgenden Größen:

 

  • 2 Teile: 27 x 22 cm
  • 2 Teile: 22 x 11 cm
  • 2 Teile: 27 x 11 cm

 

Futter

 

Im Gegensatz zu den Korpus-Teilen müssen Sie für das Futter keinen Platz lassen, weil sie nicht auf Gehrung geschnitten werden. Wieder benötigen Sie jeweils 2 Teile in derselben Größe:

 

  • 2 Teile: 27 x 22 cm
  • 2 Teile: 27 x 8,7 cm
  • 2 Teile: 21 x 8,7 cm
  • 2 Teile: 27 x 1 cm
  • 2 Teile: 21 x 1 cm

Bau des Korpus

Haben Sie alle Teile aufgezeichnet, schneiden Sie mit der Kreissäge die Teile auf 45° Gehrung nach außen aus. Besonders bei diesem Schritt ist Genauigkeit gefragt. Schneiden Sie schief, wird auch ihr Humidor schief. Zur Kontrolle halten Sie die Außenseiten der jeweils gegenüberliegenden Teile aneinander, um zu sehen, ob die Teile gleich sind. Probeweise können Sie die Teile auch zusammensetzen.

 

Wenn alles passt, können die Teile verleimt werden. Ponal Classic bietet sich für diese Arbeit an. Beachten Sie, dass der gesamte Korpus verleimt wird, Sie also auch den Deckel mit einbeziehen. Dieser wird später wieder abgetrennt, doch stellen Sie dadurch sicher, dass alle Teile genau aufeinander passen.

 

Nutzen Sie Gehrungsklammern zum Fixieren der Leimkanten. Bedenken Sie jedoch, dass Gehrungsklammern relativ tiefe Eindrücke im Holz hinterlassen. Damit diese später nicht mehr sichtbar sind, sollten Sie den Humidor später noch Furnieren. Die Klammern sorgen dafür, dass das Holz in Position bleibt, während der Leim abbindet. Lassen Sie den Leim über Nacht trocknen. Am nächsten Tag nehmen Sie die Klammern ab. Der Korpus ist damit fertig.

Furnieren

Suchen Sie sich ein ansprechendes Furnier aus und furnieren damit vor dem Abtrennen des Deckels den Korpus. Nach dem Abtrennen des Deckels und dem Einlassen der Scharniere schützen Sie das Furnier mit mehreren Schichten Klarlack, jeweils mit Zwischenschliff.

Deckel abtrennen und Futter anpassen

Das Einpassen des Futters ist enorm wichtig. Es ist dafür verantwortlich, wie gut die Luftfeuchte im Inneren gehalten wird. Doch zunächst muss der Deckel abgetrennt werden.

 

Nutzen Sie dazu wieder eine Kreissäge, diesmal allerdings mit Parallelanschlag. Stellen Sie den Anschlag auf 40 mm ein und überprüfen Sie, ob er genau parallel zum Blatt steht. Versenken Sie das Sägeblatt so weit, dass nur noch 2-3 cm davon aus dem Tisch ragen. Führen Sie anschließend den Korpus der Länge nach über das Sägeblatt und wenden ihn dann jeweils um 90°. Achten Sie beim letzten Schnitt darauf, dass der Deckel nicht wegfliegt.

 

Danach schleifen Sie die Sägekanten bei Bedarf vorsichtig glatt, denn der Korpus und der Deckel müssen so dicht wie möglich aufeinanderliegen.

 

Als nächstes wird das Futter aus dem Sapeli-Schälfurnier zugeschnitten. Sind alle Teile ausgeschnitten, testen Sie, ob alles passt. Erst dann sollten Sie die Teile einleimen (Ponal Classic) und mit Schraubzwingen fixieren. Lassen Sie den Leim wieder trocknen.

 

Ist alles getrocknet, testen Sie, wie gut Korpus und Deckel aufeinanderpassen. Es sollte ein nur haarfeiner Spalt vorhanden sein.

Endmontage

Entscheiden Sie sich für eine Vorder- und eine Rückseite. Nehmen Sie dann zwei Scharniere und zeichnen die Position der Scharniere auf dem Humidor auf. Messen Sie aus, wie tief die Scharniere eingelassen werden müssen.

 

Greifen Sie als nächstes zum Cuttermesser: Schneiden Sie mit diesem entlang den Markierungen für die Scharniere. Dann arbeiten Sie innerhalb der Markierung mit dem Beitel so viel heraus, dass die Scharniere bündig eingelassen werden können. Anschließend können Sie die Scharniere festschrauben (vorbohren!).

 

Danach müssen Sie die überstehenden Teile des Futters an den äußeren oberen Kanten soweit schräg schleifen, dass der Deckel ohne Probleme schließen kann.

Fertigstellung

Bringen Sie an der Unterseite des Humidors vier Filzpads an, damit weder der Humidor verkratzt noch das Möbel, auf dem er steht.

 

Im Deckel wiederum werden Hygrometer und Befeuchtungssystem angebracht.

 

Als letztes muss der Humidor noch eine gewisse Grundfeuchte erreichen. Stellen Sie dazu einfach eine Schale mit destilliertem Wasser in den Humidor. Lassen Sie den Humidor einige Tage stehen, damit er die Feuchtigkeit aufnehmen kann.

 

Hat der Humidor genügend Feuchtigkeit gezogen, kann er für die Einlagerung der Zigarren genutzt werden.

Sie interessieren sich für eine Humidor Anleitung?

Dann könnten folgende Themen ebenfalls von Interesse für Sie sein:

 

 

Oder gelangen Sie zurück zur Übersicht:

 

Produktempfehlung

Ponal Classic Holzleim

  • Holz- und Bastelleim
  • Sehr hohe Verleimungsfestigkeit
  • Lösemittelfrei, frischer Leim mit Wasser entfernbar
  • Trocknet transparent

Wir würden uns freuen, wenn Sie diese Seite bewerten möchten:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Bewertungen: 4.0 von 5. 2 Stimme(n).
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.

keine Kommentare vorhanden

Kommentar hinzufügen



Hinweis: Ihre E-Mail-Adresse wird anderen Nutzern nicht angezeigt





Bitte beachten Sie unsere Hinweise zu Kommentaren im Henkelhaus!

Die Felder, die mit einem Stern (*) markiert sind, müssen ausgefüllt werden!