Alle Tapetenkleister sind grundsätzlich reversibel, das heißt sie können mit Wasser wieder aufgeweicht werden.
Grundvoraussetzung für die Entfernung ist die Durchlässigkeit bzw. Offenporigkeit der Tapete, damit die Feuchtigkeit überhaupt zum Kleisterfilm vordringen kann. Sollte die Tapete dicht sein, etwa durch eine Vinylschicht oder einen Anstrich, muss man diese Schicht perforieren. Dazu werden spezielle Werkzeuge wie Nadelwalzen oder der bekannte „Tapeten-Tiger“ angeboten. Erst danach kann mit dem Einweichen begonnen werden.
Optimale Ergebnisse werden mit einem Tapetenlöser-Zusatz erzielt (empfohlen: Metylan Aktiv Tapetenablöser). Dieser Tapetenablöser sorgt für ein deutlich schnelleres und tieferes Eindringen der Feuchtigkeit und beschleunigt damit den Aufweichprozess im Vergleich zum normalen Spülmittel erheblich. Normale Tapeten lassen sich nach einer Einweichzeit von ca. 10 Minuten gut entfernen.
Nun zum problematischeren Fall:
Manche Tapetenarten benötigen laut Herstellerempfehlung eine „Kleisterverstärkung“, zum Beispiel in Form von Metylan Ovalit T. Dieser Zusatz macht den Kleister allerdings auch feuchtigkeitsbeständiger, er lässt sich also schwerer aufweichen. Deshalb wird empfohlen, den Ovalit-T-Zusatz auf maximal 20% zu begrenzen. Dies entspricht ungefähr einer Mischung von einem Paket Metylan Spezial Kleister (200 g) und einer 750-g-Dose MetylanOvalit T. Wenn mehr Ovalit T zugegeben wird, gestaltet sich die Entfernung unter Umständen sehr mühsam.
In diesem Fall hilft dann nur Geduld. Die Tapeten müssen evtl. über einen langen Zeitraum (in Härtefällen einige Stunden) feucht bzw. nass gehalten werden, damit der Klebstofffilm durchgeweicht werden kann. Erst dann können die Tapeten einigermaßen mühelos entfernt werden. Auch Heißdampfgeräte bieten in diesem Fall übrigens keine gravierende Verbesserung.
Wenn die Entfernung auch nach extremen Einweichzeiten auf die oben beschriebene Art und Weise nicht gelingt, wurde die alte Tapete wahrscheinlich mit einem deutlich erhöhten Anteil Ovalit T geklebt oder gar mit Ovalit T pur. In diesem Fall kann die Fläche nur mit einem Renoviervlies (zum Beispiel dem Variovlies von Erfurt oder dem Patentvlies von Marburg) überarbeitet und anschließend neu tapeziert oder gestrichen werden. Als Klebstoff für das Renoviervlies empfiehlt sich in diesem Spezialfall der Klebstoff Metylan Ovalit V. Dieses Produkt ist jedoch nur über den Fachhandel beziehbar.
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